Sternenstaub
Der österreichische Dichter Rainer Maria Rilke, wohl der größte Dichter des 20. Jahrhunderts, schrieb das folgende Gedicht ohne Titel, das heute allgemein als „Widening Circles“ bekannt ist und Teil seines Buches „Das Stundenbuch“ von 1905 war. Ich habe drei Versionen des Gedichts geteilt, die aus dem deutschen Original übersetzt wurden.
Ich lebe mein Leben in sich erweiternden Kreisen
die die ganze Welt erreichen.
Letzteres werde ich möglicherweise nicht abschließen
aber ich gebe mich ihm hin.
Ich umkreise Gott, um den Urturm.
Ich kreise seit Tausenden von Jahren
Und ich weiß immer noch nicht: Bin ich ein Falke,
ein Sturm oder ein tolles Lied?
Übersetzung: J. Macy
Ich lebe mein Leben in immer größeren Kreisen
Das spannt ihre Flügel
Über die Dinge hinweg
Vielleicht werde ich die letzte nicht erfüllen
Aber ich möchte es zumindest versuchen
Ich umkreise Gott,
Der alte Turm,
Ich ziehe meine Kreise seit Jahrtausenden
Und ich weiß es immer noch nicht
Bin ich ein Falke, bin ich ein Sturm
Oder bin ich eine nie endende Hymne?
Übersetzung: S. Adamea
Ich lebe mein Leben in sich ausbreitenden Ringen
die alle Dinge umfassen
Ich werde vielleicht nie den letzten erreichen,
Aber ich werde es versuchen.
Ich umkreise Gott
Rund um den alten Turm
Wie ich tausend Jahre lang umkreist habe
Und ich weiß immer noch nicht, ob ich ein Falke bin
Ein Sturm oder ein endloses Lied.
Übersetzung: Unbekannt
Das ist mein Lieblingsgedicht! Es spricht mich auf vielen Ebenen an; sterblich und spirituell, intellektuell und emotional. Anstatt zu einer neuen Entdeckung anzuregen, rufen Rilkes Worte ein intuitives Gefühl hervor, mich an etwas zu erinnern, das ich vergessen hatte. Ich habe viele verschiedene Versionen von Rilkes Worten gesehen, die vom Deutschen ins Englische übersetzt wurden. Ein Wort kann ein Gedicht verändern und beim Leser unterschiedliche Bilder, Gefühle und Bedeutungen hervorrufen. Ich mache Beobachtungen aus diesen drei übersetzten Versionen, um so nah wie möglich an das Original heranzukommen.
To me Rilke speaks of living life in widening and expanding rings. Circles that reach out across the world and touch all things. He speaks to a journey. A day, a year, a life, lifetimes. He references thousands of years of time, millennia, and is trying to reach out farther and for longer. Surrendering to the Fates of existence. Rilke circles God and the ancient primordial tower of creation. Rilke frequently uses “I” and yet asks who he is. A falcon? A storm? A hymn? A great song or a never ending song. To be a “great” song as opposed to being an “unending” song is the biggest change for me context wise between the versions. In that one word the poem creates a different invitation for me and brings me into a deeper conversation with myself.
Ich höre, wie Rilke die großen Fragen stellt, die uns alle definieren. Wer bin ich? Ist dieses Leben alles, was ich habe? Ist dieser Körper meine Essenz? Woher komme ich?
Ich höre Rilke sagen, er sei ein Falke, ein Sturm und ein nie endendes Lied. Alle von denen. Für mich spricht Rilke von einem sich erweiternden Bewusstsein, das sich langsam über einen Körper hinaus bewegt. Jenseits einer Form. Ein Körper in einer Seele. Umfassend und verbunden mit allen Dingen. Eine Erweiterung des Seins. Kosmische Energie auf Heimreise. Die Reise einer Seele. Den Schöpfer in größeren Kreisen umkreisen. Ein umkreisender Komet. Eine Spiralgalaxie. Eine ewige Existenz des Bewusstseins. Eine zeitlose Essenz der Einheit, verbunden mit der Quelle des Universums selbst. Eine ewige Heimreise.
Der große kanadische indigene Schriftsteller und Geschichtenerzähler Richard Wagamese schrieb in Embers: „Wenn ich mir erlaube, meinen Körper zu spüren, wenn ich ihn bewohnen und mir erlauben kann, die Welt jenseits meines Fleisches abzuschotten, werde ich zu dem, der ich bin – Energie und Geist.“ Ich bin nicht mein Verstand. Ich bin nicht mein Gehirn. Ich bin Sternenstaub, Kometen, Nebel und Galaxien. Ich bin Bäume und Wind und Stein. Ich bin Raum. Ich bin Leere und Ganzheit zugleich. Dann singt mir mein Körper ein herrliches altes Lied voller Geheimnisse, das geheimnisvoll bleiben will. Wenn ich mich damit verbinde, mit ihm lebe, auch nur für einen Moment zu ihm werde, werde ich geheilt und zu mehr gemacht.“ Diese schöne Reflexion schafft eine andere Interpretation des beliebten Sprichworts „In der Welt, aber nicht von ihr“.
Joni Mitchell sang im Hitsong „Woodstock“ von 1970 berühmt über eine spirituelle Reise zu Yasgurs Farm und sang: „Wir sind Sternenstaub“!
Der amerikanische Kosmologe und Astrophysiker Carl Sagan erklärte: „Wir sind eine Möglichkeit für das Universum, sich selbst zu erkennen.“ Ein Teil unseres Wesens weiß, dass wir hier herkommen. Wir sehnen uns danach, zurückzukehren. Und das können wir, denn der Kosmos ist auch in uns. Wir sind aus Star-Stoff gemacht.“ Er ließ sich von der Arbeit von Cecelia Payne inspirieren, die 1925 den chemischen Fingerabdruck des Universums entdeckte. Sagan teilte mit: „Denken Sie auch in Ihren schwersten Tagen daran, dass wir alle aus Sternenstaub bestehen.“ Wissenschaftler schätzen, dass 93 Prozent der Masse unseres Körpers buchstäblich aus Sternenstaub besteht.
„Wir haben Kalzium in unseren Knochen, Eisen in unseren Adern, Kohlenstoff in unserer Seele und Stickstoff in unserem Gehirn. „93 Prozent Sternenstaub, mit Seelen aus Flammen, wir sind alle nur Sterne, die Menschennamen haben“, schrieb die zeitgenössische Dichterin Nikita Gill in ihrem Bestseller „Your Soul is a River“.
Der transpersonale Psychologe Dr. Steve Taylor von der Leeds Beckett University, Großbritannien, schreibt in seinem Buch Spiritual Science, dass es einen fundamentalen Geist oder ein universelles Bewusstsein gibt, das allgegenwärtig und in allem vorhanden ist. Taylor nennt dies „Geisterkraft“. Er stellt fest, dass dieses universelle Bewusstsein sowohl dem Geist als auch der Materie vorausgeht und die Quelle beider ist. Diese Essenz unseres Wesens ist überall und in allem präsent. Als Lebewesen sind wir nicht voneinander oder von allem in dieser Welt, in der wir leben, getrennt. Diese Ideologie der Einheit wurde von den meisten indigenen Kulturen der Welt unabhängig voneinander entwickelt. Es wurde auch unabhängig von den mystischen und spirituellen Traditionen der Welt übernommen. Taylor sagt, dass das Universum kein unbelebter, leerer Ort ist, sondern ein lebender Organismus. Der gesamte Kosmos ist von dieser Geisterkraft durchdrungen, von den kleinsten Materieteilchen bis hin zu den riesigen, scheinbar leeren Gebieten der Dunkelheit zwischen Planeten und Sonnensystemen. Taylor nennt dies „Panspiritismus“.
Richard Wagamese reflektiert in Embers: „Früher glaubte ich, dass mein Körper meine Seele enthielte. Das war für eine Weile in Ordnung. Aber als ich anfing, über die Einheit mit dem Schöpfer nachzudenken, kam ich zu der Überzeugung, dass es umgekehrt ist. Meine Seele enthält meinen Körper. Es ist alles, was ich bin. Ich bin nie vom Schöpfer getrennt, außer in meinem Geist. Das ist die ultimative Wahrheit, und ich muss daran erinnert werden, noch einmal zu lernen, noch einmal zu lernen, um sie zu verstehen. Wenn ich das tue, erkenne ich die Wahrheit dessen, was meine Leute sagen: dass wir alle Geist sind, wir alle Energie, verbunden mit allem, was überall ist, und dass alle Dinge gemeinsam wahr werden.“
Universelles Bewusstsein ist die Geisteskraft, möglicherweise der Schöpfer selbst, die alles verbindet. Der alte Urturm. Diese Geisteskraft ist mit unserem eigenen individuellen Bewusstsein verflochten und dient als Sitz unserer Seele. Wagamese spricht in seinem posthumen Buch „One Drum“ von Kommunion als dem Akt der Ausrichtung der persönlichen Energie auf die Erdenergie, die universelle Energie und letztendlich die ewige Energie. Rilke wiederholte dies, als er fragte, ob er ein Falke, ein Sturm oder ein nie endendes Lied sei. Wir sind die Gemeinschaft von Geist und Seele. Einheit.
Unser Körper besteht aus dem göttlichen Licht des Kosmos und ist von ihm umhüllt. Wir sind einzigartige Ausdrucksformen von Sternenstaub. Der Atem des Universums strömt durch alles, eingebettet in jedes Atom, jeden Organismus, jedes Lebewesen, jeden Wassertropfen, jeden Lichtstrahl, jeden Windstoß, jedes Blatt und jeden Grashalm!
Leaves of Grass ist eine Gedichtsammlung des amerikanischen Dichters Walt Whitman. Es wurde erstmals 1855 veröffentlicht. Whitman verbrachte die meiste Zeit seines Berufslebens damit, Leaves of Grass zu schreiben und umzuschreiben, wobei er es bis zu seinem Tod im Jahr 1892 mehrmals überarbeitete. Es scheint eine enge Verbindung zwischen Poesie und Spiritualität zu geben. Die großen mystischen Dichter waren sich einer geistigen Kraft bewusst, die die Welt durchdrang, allen Dingen Leben einhaucht und sie als Einheit verbindet. Um 1850 hatte sich der nicht-indigene und nicht-mystische Herzschlag der westlichen Welt getrennt. Whitmans lebendige, intensive Poesie sprach von einem Erwachen zu dieser Verbindung der Einheit. In seinem zutiefst heiligen und spirituell kraftvollen dreizehnhundertzeiligen Freiversgedicht „The Song of Myself“ lädt Whitman uns ein, „eine ewige Reise zu unternehmen“. Whitman beklagt: „Denn jedes Atom, das mir gehört, so wie das Gute Ihnen gehört“, und „ein Grasblatt ist nicht weniger das Reisewerk der Sterne“. Whitman schreibt von einer zeitlosen Präsenz des Augenblicks „jetzt“, die in einer Göttlichkeit höheren Bewusstseins widerhallt. Whitman zelebriert die Einheit aller, indem er Zeit und Raum des Bekannten entledigt, um ins Unbekannte vorzuschreiten. Whitman teilte mit: „Ich habe gesagt, dass die Seele nicht mehr ist als der Körper, und ich habe gesagt, dass der Körper nicht mehr ist als die Seele.“ Eine Vereinigung von Körper und Seele. In „Leaves of Grass“ besingt Whitman die Verzückung des Lebendigseins als dieser Existenz des Seins, die an sich schon ein Wunder ist. Whitmans Poesie verwob das Irdische mit dem Kosmischen und die Heiligkeit der Seele mit der Göttlichkeit des Alltags. Einheit. Sternenstaub. Whitman schreibt von einer zeitlosen Präsenz des Augenblicks „jetzt“, die in einer Göttlichkeit höheren Bewusstseins widerhallt. Whitman zelebriert die Einheit aller, indem er Zeit und Raum des Bekannten entledigt, um ins Unbekannte vorzuschreiten. Whitman teilte mit: „Ich habe gesagt, dass die Seele nicht mehr ist als der Körper, und ich habe gesagt, dass der Körper nicht mehr ist als die Seele.“ Eine Vereinigung von Körper und Seele. In „Leaves of Grass“ besingt Whitman die Verzückung des Lebendigseins als dieser Existenz des Seins, die an sich schon ein Wunder ist. Whitmans Poesie verwob das Irdische mit dem Kosmischen und die Heiligkeit der Seele mit der Göttlichkeit des Alltags. Einheit. Sternenstaub. Whitman schreibt von einer zeitlosen Präsenz des Augenblicks „jetzt“, die in einer Göttlichkeit höheren Bewusstseins widerhallt. Whitman zelebriert die Einheit aller, indem er Zeit und Raum des Bekannten entledigt, um ins Unbekannte vorzuschreiten. Whitman teilte mit: „Ich habe gesagt, dass die Seele nicht mehr ist als der Körper, und ich habe gesagt, dass der Körper nicht mehr ist als die Seele.“ Eine Vereinigung von Körper und Seele. In „Leaves of Grass“ besingt Whitman die Verzückung des Lebendigseins als dieser Existenz des Seins, die an sich schon ein Wunder ist. Whitmans Poesie verwob das Irdische mit dem Kosmischen und die Heiligkeit der Seele mit der Göttlichkeit des Alltags. Einheit. Sternenstaub. Whitman teilte mit: „Ich habe gesagt, dass die Seele nicht mehr ist als der Körper, und ich habe gesagt, dass der Körper nicht mehr ist als die Seele.“ Eine Vereinigung von Körper und Seele. In „Leaves of Grass“ besingt Whitman die Verzückung des Lebendigseins als dieser Existenz des Seins, die an sich schon ein Wunder ist. Whitmans Poesie verwob das Irdische mit dem Kosmischen und die Heiligkeit der Seele mit der Göttlichkeit des Alltags. Einheit. Sternenstaub. Whitman teilte mit: „Ich habe gesagt, dass die Seele nicht mehr ist als der Körper, und ich habe gesagt, dass der Körper nicht mehr ist als die Seele.“ Eine Vereinigung von Körper und Seele. In „Leaves of Grass“ besingt Whitman die Verzückung des Lebendigseins als dieser Existenz des Seins, die an sich schon ein Wunder ist. Whitmans Poesie verwob das Irdische mit dem Kosmischen und die Heiligkeit der Seele mit der Göttlichkeit des Alltags. Einheit. Sternenstaub.
Whitman wurde als Beispiel für das Erwachen zur Transzendenz des Selbst herangezogen. Verbunden mit der Einheit, über die Wagamese so wunderbar nachdenkt. Poesie selbst kann ein Portal in einen umfassenderen Seinszustand sein. Taylor schreibt dazu in seinem 2017 erschienenen Buch „The Leap: Die Psychologie des spirituellen Erwachens“. Taylor nennt Poesie „das Ausatmen spiritueller Erfahrung“. Poesie ist oft die evokative Form, die der Ausdruck einer Erwachenserfahrung annimmt, um Bewusstsein und Verständnis über das normale Bewusstsein hinaus zu vermitteln.
Der amerikanische humanistische Psychologe Abraham Maslow ist heute vor allem für seine Theorie der Bedürfnishierarchie im Zusammenhang mit der psychischen Gesundheit bekannt. Maslow untersuchte auch Gipfelerlebnisse, Selbstverwirklichung und Selbsttranszendenz. 1969 schrieb Maslow im Journal of Transpersonal Psychology: „Der voll entwickelte Mensch, der unter den besten Bedingungen arbeitet, neigt dazu, von Werten motiviert zu werden, die über sein Selbst hinausgehen.“ Sie sind nicht mehr egoistisch im alten Sinne.“ Selbsttranszendenz ist die Erweiterung des eigenen Bewusstseins über das Selbst hinaus hin zu etwas Höherem. Maslow glaubte, dass Selbsttranszendenz eher durch Gipfelerlebnisse als durch Selbstverwirklichung definiert werde. Diese Gipfelerlebnisse ähneln den spirituellen Erwachen, die Taylor erforscht und über die er schreibt. Als Beispiel für eine solche Erweiterung des Seins bezeichnete Maslow Walt Whitman.
Dr. Richard Maurice Bucke schrieb 1901 das Buch Cosmic Consciousness. Es ist noch heute im Druck. Bucke, ein Psychiater, war von 1877 bis zu seinem Tod im Jahr 1902 Leiter der Provinzialanstalt für Geisteskranke in London, Ontario, Kanada. Bucke war wohl der erste, der einen expansiven Seinszustand untersuchte. Taylor bezeichnet einen solchen Zustand als „Wachheit“. Bucke erlebte seine eigene „transformative Erleuchtung“ und erwachte 1872 im Alter von 36 Jahren, nachdem er Gedichte gelesen hatte. Er und zwei Freunde hatten den Abend damit verbracht, Wordsworth, Shelley, Keats, Browning und insbesondere Whitman zu lesen. Bucke erklärte: „Er sah und wusste, dass der Kosmos keine tote Materie, sondern eine lebendige Präsenz ist, dass die Seele des Menschen unsterblich ist, dass das Universum dadurch aufgebaut und geordnet ist, dass alle Dinge zum Wohle aller zusammenwirken. dass das Glück jedes Einzelnen auf lange Sicht absolut sicher ist und dass das Grundprinzip der Welt das ist, was wir Liebe nennen.“ In diesem Moment spürte er, dass die Essenz der Transzendenz eine Erfahrung offenbarte, die er nie vergessen konnte. Bucke nannte dieses Gefühl der Einheit „kosmisches Bewusstsein“, einen Begriff, den er dem englischen Philosophen und Dichter Edward Carpenter entlehnte. Bucke sammelte 36 Beispiele von Menschen, von denen er glaubte, dass sie „kosmisches Bewusstsein“ erlangt hatten, darunter historische Persönlichkeiten wie Buddha, Moses, Mohammed und Jesus. Walt Whitman, der Bucke zu seinem eigenen Erwachen inspirierte, stand ebenfalls auf der Liste. Bucke nannte dieses Gefühl der Einheit „kosmisches Bewusstsein“, einen Begriff, den er dem englischen Philosophen und Dichter Edward Carpenter entlehnte. Bucke sammelte 36 Beispiele von Menschen, von denen er glaubte, dass sie „kosmisches Bewusstsein“ erlangt hatten, darunter historische Persönlichkeiten wie Buddha, Moses, Mohammed und Jesus. Walt Whitman, der Bucke zu seinem eigenen Erwachen inspirierte, stand ebenfalls auf der Liste. Bucke nannte dieses Gefühl der Einheit „kosmisches Bewusstsein“, einen Begriff, den er dem englischen Philosophen und Dichter Edward Carpenter entlehnte. Bucke sammelte 36 Beispiele von Menschen, von denen er glaubte, dass sie „kosmisches Bewusstsein“ erlangt hatten, darunter historische Persönlichkeiten wie Buddha, Moses, Mohammed und Jesus. Walt Whitman, der Bucke zu seinem eigenen Erwachen inspirierte, stand ebenfalls auf der Liste.
Bucke glaubte, dass sich der moderne Mensch an der evolutionären Schwelle zu einem gesteigerten, mystischeren Bewusstsein befinde. Ich persönlich glaube, wie Wagamese so schön veranschaulicht, dass wir schon lange vorher von Natur aus bewusster waren. In unserem gegenwärtigen Lebensstil haben wir den Weg zu dieser lebenskraftdurchdrungenen Verbindung zum universellen Sternenstaub der Einheit vergessen.
Bucke und Whitman lernten sich durch Briefwechsel kennen und lernten sich 1877 kennen. Die beiden freundeten sich eng mit Bucke an, der später Whitmans medizinischer Berater und literarischer Testamentsvollstrecker wurde. Bucke wurde der erste Biograph des Dichters und schrieb die einzige autorisierte Biographie von Whitman.
Hier zeigen sich die Synchronizitäten mit meinem eigenen Leben und in den Tagen, die dem Schreiben dieses Aufsatzes vorausgingen. Ich bin in Bucke's London, Ontario, Kanada, geboren und aufgewachsen. 1956 nahm mein Großvater, ein griechischer Einwanderer, eine Stelle in der Provinzialanstalt für Geisteskranke in London an, die damals als Ontario Hospital bekannt war, derselben Einrichtung, die Bucke geleitet hatte. Das gleiche Gelände, auf dem Walt Whitman 1880 einen Sommer lang Bucke besuchte. Das gleiche Gelände, auf dem Bucke und seine Familie lebten. Das gleiche Gelände, auf dem Bucke 1902 starb. Mein Großvater arbeitete mehr als dreißig Jahre vor Ort in verschiedenen Funktionen. Es wird noch verwickelter! Tatsächlich wuchs Bucke gegenüber der späteren Anstalt auf, nicht mehr als vierhundert Meter entfernt. In seinen Memoiren nannte Bucke sein Elternhaus „Creek Farm“. Der Hof und sein Inhalt sind längst von der Zersiedelung verschluckt worden. Ironischerweise oder zufällig oder durch einen seltsamen Tanz des kosmischen Bewusstseins war ich Miteigentümer einer Physiotherapie-Klinik, die wir 1996 auf genau diesem Grundstück selbst eröffneten. Doch die Synchronizitäten bestehen weiter.
Ich habe kürzlich ein Gedicht geschrieben, das ich „Sternenstaub“ nannte, lange bevor mich der Inhalt dieses Aufsatzes fand. Das Gedicht kam mir wie ein Hauch des Universums vor, eingehüllt in eine zeitlose, formlose Einheitsumarmung von allem. Es sprach genau die Fragen an, über die Rilke oben schrieb.
Ich bin ein begeisterter Leser von Maria Popovas Marginalian. Als ich mir ihr Angebot ihrer Lieblingsbücher des Jahres 2022 ansah, stieß ich auf ihren Artikel über das Buch „William Blake versus the World“ von John Higgs. Ich öffnete ihre Rezension und in der typischen Popova-Brillanz nahm sie mich mit auf eine Reise. Wenn ich Marias Werke lese, verliere ich mich immer und hinterlasse dann einen veränderten Menschen, der durch ihre Verbindungen einen unerwarteten Weg zu einer wunderschönen Entfaltung meines eigenen Selbst eingeschlagen hat. Auf einer Reise durch die Brunnen an diesem Abend landete ich bei Cosmic Consciousness und der Geschichte von Bucke und Whitman, die auf mysteriöse Weise ohne mein Wissen meine eigene überschnitten hatte.
Es wurde nicht gemacht. In der Symphonie der Synchronizität sprang ich am nächsten Morgen tatsächlich in einer Klinik ein, die gleich neben den beiden Bucke-Standorten lag. Ich würde direkt an der alten Anstalt vorbeifahren, die 2014 geschlossen wurde. Das ehemalige Krankenhaus und sein Gelände sind mittlerweile ziemlich heruntergekommen und werden langsam abgebaut. Der Einriss der Mauern befreit ironischerweise alte gefangene Geister, um Filmteams heimzusuchen, die die verlassenen Gebäude immer noch für die Produktion von Horrorfilmen nutzen.
„Der verlassene Ort ist erfüllt von der Präsenz der Verschwundenen, die einst dort gewandert sind.“
John O'Donohue (Eternal Echoes)
Die 1884 erbaute Chapel of Hope ist das einzige Gebäude in der Anstalt, das eine Verbindung zu Bucke selbst herstellt. Ein freundlicher Wachmann öffnete das Tor für einen kurzen Besuch. Ich war seit 1981 nicht mehr offiziell auf dem Gelände der alten Anstalt spazieren gegangen. Wenn ich angesichts dieser neuen Informationen an diesen Tag vor einundvierzig Jahren zurückblicke, war es keine Überraschung, dass es vor all den Jahren ein denkwürdiger Besuch an sich war. Während eines Fußballspiels auf einem umgenutzten Spielfeld der alten Anstaltsanlage erlebte ich eine bizarre Aura. Schließlich wurde die Aura als Ankündigung einer bevorstehenden Migräne verstanden. Das war eine der früheren Episoden meiner eigenen poetischen, atemberaubenden blinden Odyssee-Rückkehr nach Ithaka, die ich in meinem Buch „ Cuoreosity:Das Herz des Seins“. An diesem kalten Wintertag Ende Dezember 2022 verursachte mir die kurvenreiche Fahrt zur Kapelle, die sich um die verlassenen Gebäude schlängelte, eine Gänsehaut. Die Bucke gewidmete Gedenktafel war längst von Vandalen weggetragen worden. Die historische Kapelle war kürzlich bei einer Brandstiftung niedergebrannt worden. Nur der Ziegelstein, der Schiefer und die Efeuschale standen noch. Die Buntglasfenster und -türen sind längst entfernt und die Portale zum Licht sind mittlerweile alle mit Brettern verschlossen. Ein einsamer Buchstabe J, der auf ihrem Höhepunkt Wache steht. J war der letzte der 26 Buchstaben, die dem englischen Alphabet hinzugefügt wurden, und fehlt im lateinischen, griechischen und hebräischen Alphabet. Anscheinend hatte der Buchstabe J eine organisatorische geografische Absicht, aber spirituell soll J Liebe und Vereinigung symbolisieren. Einheit.
Rilke fragte: Wer bin ich? Ist dieses Leben alles, was ich habe? Ist dieser Körper meine Essenz? Woher komme ich? Der Weg zur Entdeckung besteht darin, die Poesie in uns zu finden und von ihr gefunden zu werden.
Wer bin ich?
Ich meine
Ich bin
Ich bezeuge Gedanken
und lass sie gehen
Ich bin der Moment
Freiheit
Wahrscheinlichkeit
Sind alles, was ich weiß
Ich besitze nichts
Akzeptiere alle Veränderungen
Ich atme einfach weiter
Generieren Sie den Raum
Ich bin Freude
Ich bin Frieden
Reines Bewusstsein
Dankbarkeit und Gnade
Achtsame Einheit
Wahre Lebenskraft
Ich bin kreativ
Einfallsreich und ganzheitlich
Universeller Geist
Ich bin die Quelle
Spirituelle Energie
Eine allliebende Seele
Ich bin grenzenlos
Ich habe alles, was ich brauche
Ich bin genug
Erwartungsfrei
Nicht voreingenommen
Nichts zu finden
Ich bin selbstlos
Unendlich göttlich
Ich bin Transzendenz
Weisheit hiervon
Ich bin hier und jetzt
Bedingungslose Liebe
Du fragst mich, wer ich bin?
Denn ich bin du
ich bin du
Mein eigenes „Erwachen“ entsprach nicht ganz der Bucke-Definition Mitte der dreißiger Jahre, die er für „Kosmisches Bewusstsein“ verwendete. Persönlich habe ich Wachheit als die sanfte Entfaltung des Bewusstseins für diese göttliche, allgegenwärtige Pan-Geist-Kraft erlebt, die Wagamese feiert. Dieser Kultivierungsprozess zur Wiederherstellung des spirituellen Bewusstseins hat sich mein ganzes Leben lang in Teilen vollzogen, wurde aber während der Covid-Pandemie auf Hochtouren gebracht. Das Gedicht „Wer bin ich“ habe ich Mitte Juni 2020, auf dem Höhepunkt der Pandemie, geschrieben. In dieser verlangsamten Präsenz der Stille, Stille und Einsamkeit spürte ich, wie sich mein Herz für den Ausdruck meines Wesens öffnete. Der mystische Sufi-Dichter Rumi erklärt: „Setzen Sie sich ruhig hin und lauschen Sie auf eine Stimme, die Ihnen sagt: Seien Sie stiller.“ Wenn das geschieht, beginnt deine Seele wieder aufzuleben.“ Rumi singt: „Alle Seelen sind eins“. Ich hörte meine Seele zu mir singen. Wie ich in meinem Buch mitteilte, Neugier, Poesie hatte mich wieder gefunden. Auf den Flügeln der Worte, das Herz vom Wind losgerissen und die Seele entzündet, wurde ich von einem transzendenten Gefühl kosmischer Verbindung verschluckt. Ich hatte mich an die spirituelle Liebe und das Licht in mir erinnert. Präsenz des Staunens. Das Bewusstsein, dass ich ein Körper in einer Seele war.
Spiritualität ist eine Beziehung zum Bewusstsein des Universums. Die Advaita-Non-Dualität des mystischen Ostens wirbelt mit dem göttlichen, heiligen Atem des indigenen Westens. Spiritualität ist eine Art, den Kosmos zu sehen, in dem wir gleichzeitig verschiedene Teile des Ganzen und das Ganze selbst sind. Das Meer und die Wellen. Eine Energie. Ein Falke. Ein Sturm. Ein nie endendes Lied. Die Gemeinschaft von Geist und Seele. Liebe und Licht. In der Welt, aber nicht von ihr. Sternenstaub!
Sternenstaub
Ich war schon immer hier
Die Essenz des Seins
Geschmiedet im süßen Nektar
von Dunkelheit
Ein spiralförmiges Helixfeuer
geboren aus nacktem Geheimnis
Verbrennung
in die Ozeane
voller sprudelnder Kreativität
Ich bin Staub und Asche der Seele
Vom Licht befleckt
Ein Pilger
auf der Serpentinenstraße
Hingabe
zum Rhythmus
der Liebe
Eine Rhapsodie
in der Offenbarung getauft
Mit den Engeln zaubern
Ich rollte in meinen Knochen
Ich komme von woanders
Eine aufkeimende Welle
Der anschwellende Sturm der Präsenz
Oben gedacht
Jenseits der Form
Windgesang, in Wein getränkt
Das Kind des kosmischen Rußes
verschwinden
in die zerbrochenen Steine
von Zeit
Vielen Dank fürs Lesen
Jamie Millard

![Was ist überhaupt eine verknüpfte Liste? [Teil 1]](https://post.nghiatu.com/assets/images/m/max/724/1*Xokk6XOjWyIGCBujkJsCzQ.jpeg)



































