Benommener Konsum

Mar 16 2023
Der Kulturschock des 11. September und die daraus resultierenden Folgen sind im Amerika nach der Pandemie noch lebendig. Ich wurde in eine Generation hineingeboren, die in einem Umfeld ständiger Medienhetze aufgewachsen ist.

Der Kulturschock des 11. September und die daraus resultierenden Folgen sind im Amerika nach der Pandemie noch lebendig.

Ich wurde in eine Generation hineingeboren, die in einem Umfeld ständiger Medienhetze aufgewachsen ist. Der 11. September und der ständige Konflikt, den er mit sich brachte, brachten den „24-Stunden-Nachrichtenzyklus“ hervor.

Die ständige Flut an Empörung und die Übersättigung mit Informationen haben die aktuelle Medienlandschaft geprägt.

Wir erwarten von unseren Medien nichts mehr, sondern sind auf einen stetigen Zufluss von Inhalten angewiesen. Es kommt nicht auf die Geschichte an: ein Massaker im Ausland oder eine weitere Schießerei auf heimischem Boden . Was wirklich zählt, ist das äußere Erscheinungsbild einer Geschichte.

Kontext und Analyse sind nur Augenwischerei. Im kapitalistischen Amerika erzeugt Inhalt Inhalt; Der Kreislauf setzt seine widerliche Drehung fort.

Mit dem Aufkommen sozialer Medien und endlos scrollender Feeds ist diese Realität immer umfassender geworden. Als Gesellschaft sind wir „informierter“ denn je, aber nur oberflächlich. Wir leben im Zeitalter der Schlagzeilen und Zehn-Sekunden-Videos.

Da uns ständig so viele Informationen umgeben und schnell um unsere Peripherie herumwirbeln, finden wir beim Konsum keine Ruhepause. Nichts erscheint lange genug in unserem kulturellen Blick, um es in den Fokus zu rücken. Wir sind zentrumslos und haben uns selbst ungeduldig gemacht – jetzt sind wir ohne Verständnis.