ESSEN SIE, UM ZU LEBEN, ODER LEBEN SIE, UM ZU ESSEN?
Wenn Ihre Antwort natürlich lautet: „Man isst, um zu leben“, dann ist dieser Artikel meiner Meinung nach nichts für Sie.
Denn dieses Stück richtet sich an Essenskenner, Liebhaber und Anbeter, wenn man so will. Ich persönlich bin ein großer Feinschmecker und liebe es zu kochen. Ich liebe es, mich durch Kochen auszudrücken, und manchmal denke ich gerne, dass Essen ein Erlebnis sein sollte statt der alltäglichen Rolle des Essens, nämlich des Überlebens, zu haben.
Kochen ist wie das Erzählen einer Geschichte, die mit dem ersten Bissen beginnt, bei dem das Publikum in das Aussehen, das Aroma, die Haptik und die Textur des Essens eingeführt wird, in die Geschmacks- und Geschmacksmischung, die ihm im Mund entströmt. Mit diesem einen Bissen Das bestimmt, ob die Geschichte gut ist oder nicht, ob das Publikum bereit ist, sich auf das Essen einzulassen oder nicht.
Dann haben wir den Mittelteil, der meiner Erfahrung nach am schwierigsten zu gestalten und zu formen ist, weil jede gute Geschichte eine Wendung in der Handlung haben muss, etwas, das das Publikum auf Trab hält, sodass es gefesselt und gespannt auf den nächsten Bissen ist. Ein bisschen so, als würde man würzigen, geschmolzenen, klebrigen Käse in der Mitte eines frittierten Kartoffelbällchens entdecken oder sich mitten in ein Gebäck begeben und auf diesen dunklen, samtigen Schokoladenklumpen stoßen, der auf der Zunge zergeht und den Mund mit einer köstlichen, dekadenten Süße überzieht jagt einem Gänsehaut über den Rücken.
Endlich haben wir den letzten Bissen, der so schwer zu essen ist, denn dann ist die Geschichte zu Ende. Es ist ein letzter Versuch, an der Geschichte festzuhalten, um die niederschmetternde Trostlosigkeit zu vermeiden, die ein solcher Ansturm auf die Geschichte mit sich bringt. Der letzte Bissen ist die Akzeptanz eines Endes und die Erbringung eines widerwilligen Respekts gegenüber der Geschichtenerzählerin, denn wie konnte ihr Essen so gut sein?
Wenn man diese ganze Schimpftirade im Hinterkopf hat, wie kann man es wagen, zu essen, um zu leben? Wir sind Normalsterbliche, fast nichts in der Gegenwart einer Geschichtenerzählerin und ihrer Geschichten.

![Was ist überhaupt eine verknüpfte Liste? [Teil 1]](https://post.nghiatu.com/assets/images/m/max/724/1*Xokk6XOjWyIGCBujkJsCzQ.jpeg)



































