Gedicht: Wellen

Apr 12 2023
Ripples von Luka Brooks Angenommen, ich wäre der Harfenspieler. Dann würden vielleicht die Schwaden von Pilzkiemen im dunklen Nebel anschwellen, Ihren Puls pochen lassen und Ihren Namen murmeln.
Foto von Jason Leung auf Unsplash

Wellen von Luka Brooks

Angenommen, ich wäre es

der Harfenspieler. Dann würden
vielleicht die Schwaden von Pilzkiemen
im düsteren Nebel anschwellen,
Ihren Puls pochen lassen und murmeln

Ihren Namen. Dann
würde sich vielleicht das hohe Gras
wie Wellen biegen und wiegen, der Sommerabendregen
würde nicht stürzen, sondern aufsteigen

und Herbst. Dann würde
vielleicht das Rauschen von
Platanen die Nachtluft ausrollen,
Winde würden durchsickern

meine Finger. Dann würden
vielleicht tausend Fäden
den dämmernden Himmel weben, zerknittert
von rosa Wolken, Lächeln,

warme Kamille. Dann
könnte vielleicht Baumwolltageslicht
mein scharlachrotes Herz kleiden und ich könnte uns
bei der Sonne nähen, nähen

durch Stich. Dann
würde der kalte Bach vielleicht mit
abgefallenen Kirschblüten blühen und sie flussabwärts sprudeln lassen,
bis sie rosa angespült werden

direkt vor Ihrer Tür.

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