Stadterkundung in Bukarest

Dec 13 2022
An einem Sonntagmorgen im Oktober 2022 traf ich mich mit dem Einheimischen Alex auf dem Revolutionsplatz in Bukarest, um ein vergessenes Gebäude aus der kommunistischen Ära zu erkunden: die Omnia-Halle. Als wir das Gebäude betraten, wurden wir von der Straßenkunst von Ceausescu begrüßt, die uns sagte, dass „alles großartig werden würde“, und irgendwie lag Rumäniens letzter Diktator dieses Mal nicht falsch, denn im Inneren fanden wir eine Landschaft des wunderschönen Verfalls vor.
Der Eingang der Omnia-Halle und drinnen.

An einem Sonntagmorgen im Oktober 2022 traf ich mich mit dem Einheimischen Alex auf dem Revolutionsplatz in Bukarest, um ein vergessenes Gebäude aus der kommunistischen Ära zu erkunden: die Omnia-Halle. Als wir das Gebäude betraten, wurden wir von der Straßenkunst von Ceausescu begrüßt, die uns sagte, dass „alles großartig werden würde“, und irgendwie lag Rumäniens letzter Diktator dieses Mal nicht falsch, denn im Inneren fanden wir eine Landschaft des wunderschönen Verfalls vor.

Vor rund dreißig Jahren war dieses kommunistische Konferenzgebäude ein Zentrum der Macht. Jetzt ist es ein vergessener Ort im ständigen Niedergang.

Nachdem wir die leere und verlassene Eingangshalle passiert hatten, betraten wir den großen Konferenzsaal. Die Halle schien seit dem Fall des Kommunismus nicht mehr benutzt worden zu sein, und als solche fühlte man sich in der Zeit zurückversetzt. Die Reihen der verbleibenden braunen Vintage-Ledersitze und die Beleuchtung der großen Halle gaben dem gesamten Bereich ein sehr apokalyptisches, aber ruhiges, filmähnliches Aussehen. Besonders attraktiv für den Konferenzsaal ist seine Decke, die durch ein wundervolles Muster, das eindeutig von den geometrischen Designs des berühmten rumänischen Künstlers Brancusi inspiriert wurde, natürliches Licht durchlässt.

Erstes Bild: Eine elektronische Wahlbox, die vor jedem Sitzplatz stand. Zweites Bild: So sah Omnia Hall in seiner Blütezeit aus.

In den verschiedenen Teilen des alten Konferenzgebäudes herumzulaufen fühlte sich wirklich wie ein kleines Abenteuer an. In jedem Zimmer gab es etwas Interessantes zu entdecken. Wir haben zum Beispiel ein Logbuch über Renovierungsarbeiten gefunden, die offenbar in den frühen 2000er Jahren aufgehört haben. Das wirft die Frage auf, wie lange dieses Gebäude noch in seinem festgefahrenen Zustand verharren wird, da es irgendwann in ein Haus des Tanzes umgewandelt werden soll. Es überrascht jedoch nicht, dass es zu diesem Zeitpunkt nicht so scheint, als hätten die Verantwortlichen in der Verwaltung es eilig, die Transformation durchzuführen.

Erstes Bild: Das Wartungslogbuch. Zweites Bild: Ein kryptischer Text an der Wand in der Omnia-Halle, der uns sagt, dass Brancusi, der Schöpfer der endlosen Säule, der Inspirator für die Deckengestaltung gewesen sein muss. Letztes Bild: Brancusis endlose Säule auf dem Land in Rumänien. Beachten Sie, wie ähnlich die Formen der Endlosen Säule und der Decke der Omnia-Halle sind.

So bleibt die Omnia-Halle vorerst ein Ort, an dem Sie noch einen authentischen Blick auf das vergangene kommunistische Bukarest werfen können, aber warten Sie nicht zu lange, um es selbst zu besuchen, da an diesem verlassenen Ort kleine Räuber aktiv zu sein scheinen.