Büro-, Remote- oder hybrides Arbeiten? Bleiben Sie konsequent!

Dec 07 2022
Viele von uns sind seit der Pandemie mit einer neuen Arbeitssituation konfrontiert. Verlassene Bereiche im Büro ohne Präsenzmeetings, geschlossene Kantinen oder fehlende Obstkörbe.

Viele von uns sind seit der Pandemie mit einer neuen Arbeitssituation konfrontiert. Verlassene Bereiche im Büro ohne Präsenzmeetings, geschlossene Kantinen oder fehlende Obstkörbe. Aber auch zu Hause vermissen wir oft Dinge wie Einrichtungen, Ausrüstung, Werkzeuge oder Co-Working. Die Folge: Abgesehen von einer gewissen Flexibilität sind viele in einem „ungeregelten hybriden Arbeitsmodell“ den Nachteilen beider Arbeitsmodelle ausgesetzt.

  • Meetings finden bei teilweiser Präsenz online statt. In einem Großraumbüro redet man entweder die ganze Zeit laut oder verschwindet den halben Tag in kleinen Arbeitszellen.
  • Unzureichende Technik in Besprechungsräumen oder Arbeitsräumen verhindert eine effiziente Zusammenarbeit.
  • Ungenutzte Büroflächen verschwenden viel Energie und Geld.
  • Improvisierte Home-Office-Ausstattung.
  • Benefits, die im neuen Arbeitsalltag wenig oder gar keinen Sinn machen, aber neue Benefits fehlen – zB Top-Ausstattung fürs Home Office.

Um die Vor- und Nachteile der einzelnen Modelle optimal nutzen zu können, sind verschiedene Änderungen notwendig:

Organisation & Mitarbeiter neu ausrichten

  • Teams sollen sich für ein Modell entscheiden und dieses konsequent umsetzen können. Allerdings müssen nicht alle Teams im Unternehmen das gleiche Modell verwenden.
  • Für Remote-Teams sind die disziplinierten, fokussierten, unabhängigen und kommunikativen Mitarbeiter gut geeignet für verteiltes Arbeiten.
  • Folglich sollte die Personalpolitik angepasst werden, um bei der Einstellung geeignete Mitarbeiter für Remote-Teams zu finden. Die Vorteile des Global Sourcing sollten genutzt, aber um damit einhergehende Regeln erweitert werden: Kernarbeitszeiten aufgrund unterschiedlicher Zeitzonen, Sprachregelungen, Werkzeuge, Ausstattung und Zugangsvoraussetzungen.
  • Nicht alle Mitarbeiter haben zu Hause ein gutes Arbeitsklima oder wollen alleine arbeiten. Es sollten Alternativen geschaffen werden, zB durch das Angebot der Möglichkeit, in Co-Working-Plätzen zu arbeiten.
  • Auch das bestehende Büro kann zum firmeneigenen Coworking Space werden. Shared Workspaces können den Platzbedarf auf ein notwendiges Maß reduzieren. Die verbleibende Fläche soll für Workshops und intensive Medienarbeit optimiert werden.
  • Investitionen, die nicht mehr für Büroräume oder -geräte ausgegeben werden müssen, sollten für eine professionelle Heimausstattung auf Augenhöhe mit der im Büro verwendet werden.
  • Aufgrund des Mangels an persönlicher Zusammenarbeit wird an dieser Stelle eine auf Vertrauen und Ergebnissen basierende Führung zu einem Muss.
  • Neue gemeinsame Richtlinien für die Zusammenarbeit werden dazu beitragen, dass bisher effektive Prozesse nicht untergraben werden. Zugänglichkeit und Kanäle, Prozessanpassungen (z. B. mehr asynchrone Kommunikation statt Serienmeetings), Tools und andere Richtlinien sollten konsequent überarbeitet werden. Hohe Sicherheitsstandards (VPN, Systemsicherheitsrichtlinien, geschützte Dokumentenverwaltung usw.) werden zwingend erforderlich.
  • Der soziale Aspekt bleibt der größte Schwachpunkt bei der Telearbeit. Umso wichtiger wird es, bei den wenigen Gelegenheiten, in denen Menschen zusammenkommen, für maximalen sozialen Austausch zu sorgen und diesen gegenüber anderen Themen zu priorisieren. Weltweit verteilte Unternehmen kommen oft einmal im Jahr zu einem globalen Gipfeltreffen zusammen und machen daraus ein echtes gesellschaftliches Highlight.
  • Die Kommunikation von Kontext, Zielen und Erwartungen mit maximaler Klarheit wird immer wichtiger, da Fehlausrichtungen in verteilten Teams nicht sofort bemerkt werden.
  • Das Onboarding neuer Mitarbeiter sollte überdacht werden. Um Vertrauen zu gewinnen, Vertrauen aufzubauen und von Kollegen zu lernen sowie die Kultur aus der Ferne zu verstehen, sind neue Strategien erforderlich.
  • Die Beurteilung von Mitarbeitern gestaltet sich aufgrund der fehlenden gemeinsamen Zeit im Büro tendenziell schwieriger. 360°-Feedback mit Peers kann dabei helfen, dennoch ausreichend qualitatives Feedback zu bekommen.
  • Neue Aspekte des Arbeitsrechts müssen berücksichtigt werden. Auch Aspekte neu entstehender Möglichkeiten, zeitweise komplett im Ausland (in anderen Ländern) zu arbeiten. Diese Aspekte sollten mit der Personalabteilung besprochen werden.

Dieser Artikel wurde zuerst auf Medium von Traian Kaiser veröffentlicht